Höhere Freibeträge bzw. Selbstbehalte im Elternunterhalt ab dem 1.1.2015

Heute habe ich eine gute Nachricht für alle, die schon Elternunterhalt zahlen oder demnächst zahlen sollen. Die Freibeträge bzw. Selbstbehalte werden ab dem 1.1.2015 erneut kräftig angehoben. Die Selbstbehalte beziehen sich auf das bereinigte Nettoeinkommen (was dabei vom normalen Nettoeinkommen abgezogen werden darf steht in meinem Ebook Eltern im Pflegeheim). Bisher waren es 1.600 Euro für Alleinstehende bzw. das verheiratete unterhaltspflichtige Kind und 1.280 Euro für Ehepartner. Der Familiensockelselbstbehalt belief sich also auf 2.880 Euro.

Ab dem 1.1.2015 werden es 1.800 Euro für Alleinstehende sein und 1.440 Euro für Ehepartner. Das bedeutet, dass der Familiensockelselbstbehalt dann 3.240 Euro beträgt. Das ist immerhin eine Erhöhung um 360 Euro gegenüber vorher und Alleinstehende dürfen 200 Euro mehr von ihrem bereinigten Nettoeinkommen behalten.

Die im Selbstbehalt enthaltenen Wohnkosten haben sich ebenfalls erhöht. Es sind nun 480 Euro für Alleinstehende bzw. das verheiratete unterhaltspflichtige Kind und 380 Euro für den Ehepartner. Die Wohnkosten von Ehepartnern sind daher auf 860 Euro begrenzt.

Wenn Sie schon Elternunterhalt zahlen, bitten Sie das Sozialamt also am besten ab Januar 2015 um eine neue Berechnung. Sie können die neue Berechnung auch schon im Dezember anfragen. Es kann allerdings sein, dass das Sozialamt dann auch neue Einkommensnachweise von Ihnen anfordert, um eine aktuelle Berechnung erstellen zu können.

Durch die erhöhten Freibeträge bzw. Selbstbehalte werden jedenfalls weniger Menschen zum Elternunterhalt herangezogen als bisher, und das ist doch wirklich eine gute Nachricht.

12 Gedanken zu “Höhere Freibeträge bzw. Selbstbehalte im Elternunterhalt ab dem 1.1.2015

  1. Das ist in der Tat eine sehr gute Neuigkeit und lässt doch etwas Hoffnung aufkommen.
    Gibt es dazu einen Verweis, sprich ist das schon so richtig offiziell?

    • Liebe Leser, die nach der Quelle gefragt haben. Die neuen Selbstbehalte wurden beschlossen von der ‚Leitlinienkommission‘ des Deutschen Familiengerichtstages‘ und die Vertreter der OLG auf der Sitzung am 14.11.2014. Die Oberlandesgerichte müssen sich nur noch intern abstimmen, die Erhöhung der Selbstbehalte ist aber so gut wie sicher. Auch andere Quellen im Internet geben die von mir beschriebene Erhöhung nun an. Ich gehe davon aus, dass sie demnächst veröffentlicht werden. Da dies bisher noch nicht der Fall war, habe ich in dem Artikel extra geschrieben, dass neue Berechnungen ab Dezember angefordert werden können. Bisher wissen die Sozialämter noch nichts von Ihrem Glück.
      Mit freundlichen Grüßen
      Iris Sümenicht

    • Hallo, eine sehr gute nachricht.
      ich meine ich hätte hier mal gelesen, das man kein elternunterhalt bezahlen muss, wenn man von dem elternteil nicht bis zum 18.lebensjahr erzogen worden ist.
      ich kann es nicht mehr finden.kann mir jemanden helfen?
      mfg

    • Hallo, eine gute nachricht.
      ich meine ich hätte hier mal gelesen, das man kein elternunterhalt bezahlen muss, wenn man von dem elternteil nicht bis zum 18.lebensjahr versorgt worden ist.
      ich kann es nicht mehr finden.kann mir jemanden helfen?
      mfg

  2. Hallo,

    sind diese neuen Selbstbehalte schon rechtskräftig? Nachdem ich, aufgrund o. g. Neuigkeiten diesbezüglich das Sozialamt angeschrieben habe, klang die Antwort vom Sozialamt nicht so!

    • Liebe Leser, die nach der Quelle gefragt haben. Die neuen Selbstbehalte wurden beschlossen von der ‚Leitlinienkommission‘ des Deutschen Familiengerichtstages‘ und die Vertreter der OLG auf der Sitzung am 14.11.2014. Die Oberlandesgerichte müssen sich nur noch intern abstimmen, die Erhöhung der Selbstbehalte ist aber so gut wie sicher. Auch andere Quellen im Internet geben die von mir beschriebene Erhöhung nun an. Ich gehe davon aus, dass sie demnächst veröffentlicht werden. Da dies bisher noch nicht der Fall war, habe ich in dem Artikel extra geschrieben, dass neue Berechnungen ab Dezember angefordert werden können. Bisher wissen die Sozialämter noch nichts von Ihrem Glück.
      Mit freundlichen Grüßen
      Iris Sümenicht

  3. Hallo,
    ist es richtig, dass bei der Berechnung des Elternunterhalts auch die Steuerklassen anders berechnet werden?
    Mein Mann hat auf Grund seines Einkommens Klasse 3 und ich 5. Bei der Berechnung würde ich allerdings so behandelt werden als ob ich in Klasse 4 wäre. Dies kann doch nicht richtig sein. Oder denke ich zu schräg?
    Ich empfinde dies dem nicht unerhaltspflichtigen Ehepartner ( der ja doch, wenn auch indirekt mithaftet), gegenüber ungerecht.

  4. Ich habe das Ant entsprechend angeschrieben, es kam eine schnelle Antwort, ich möge doch meinen Einkommensnachweis für Dezember bis zum 15.1. einreichen, das war’s…

  5. Hallo,
    wie sieht es als Unterhaltspflichtiger denn mit der Selbstgenutzten und Hypotheken Freie Immobilie aus? Wie wird die zum Einkommen berechnet? Oder, wieviel Geld darf man darf man zur Alterssicherung auf dem Sparbuch haben?

  6. Hallo,
    Mich wuerde interessieren, ob das Sozialamt den zu viel gezahlten Unterhalt rückwirkend erstattet, wenn sich bei einer Neuberechnung herausstellt, dass ich nichts mehr zu zahlen brauche. Oder erstatten die nur ab Antrag der Neuberechnung?
    Danke und Gruss
    L. Hendricks

  7. Hallo, ich habe ein Riesenproblem:
    Mein Mann ist im September 2012 verstorben. Wir beide haben ab Geburt unseres Enkel diesen bei uns gehabt – wie „richtige“ Eltern – da meiner Tochter aus beruflichen Grüden dies nicht möglich war und auch kein finanzielle Unterstützung beisteuern konnte. Die Tochter lebt nicht bei uns.
    Ich selbst habe meine Arbeit aufgegeben um für unseren Enkel da zu sein.
    Der ist inzwischen 20 Jahre alt und studiert in einer Stadt. Ausser den Unterhalt von 400 Euro vom Vater des Enkels sowie das Kindergeld haben wir keinen weiteren Zuschuss für ihn. Alle Kosten zahlen wir seit der Geburt des Enkels selbst.
    Da mein Mann nicht mehr da ist und ich 2450 Euro Witwenrente und eigene Rente habe und sämtliche Kosten für Hausrenovierungen, Versicherungen und Lebensunterhalt für meinen Enkel und mich tragen muss, hätte ich gerne gewusst, wieviel ich für meine 89 Jahre alte Mutter, die im Heim lebt zu zahlen habe.
    Demnächst sind deren Ersparnisse aufgebraucht und da wird mich das Sozialamt zur Kasse bitten.
    Ich wäre für eine Auskunft sehr dankbar.
    Mit freundlichem Gruss
    Rosalinde S.

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